Verdienste

Reichtum und Klasse spielen keine Rolle. Auf die Verdienste kommt es an. // Zum Glück kann man sie einfach kaufen. // Ich nehm' gleich ein Dutzend!

Sollte nicht umgekehrt der Staat jedem nach seinen Verdiensten Geld zuweisen? Abgesehen davon, dass der Staat dazu allwissend und allmächtig sein müsste, sind Verdienste zwar moralisch gut, aber nicht uneingeschränkt erstrebenswert. Friedrich August von Hayek schrieb (S. 124): „Tatsächlich wünschen wir natürlich nicht, daß die Menschen die größtmöglichen Verdienste erwerben, sondern daß sie mit einem Mindestmaß an Leid und Opfern und daher einem Mindestmaß an Verdienst ein Höchstmaß an Nutzen für ihre Mitmenschen erreichen.“

Nach dem Nutzen für die Mitmenschen sollte das Geld also verteilt werden. Das erledigt in der Marktwirtschaft die unsichtbare Hand. Ludwig von Mises schrieb: „In einem täglich sich wiederholenden Volksentscheid, in welchem jeder Pfennig mit dem Wahlrecht verbunden ist, bestimmen die Verbraucher, wer die Fabrikanlagen, Läden und Landgüter besitzen und verwalten soll. Die Kontrolle der materiellen Produktionsmittel ist eine soziale Funktion, die der Bestätigung oder dem Widerruf des souveränen Verbrauchers unterworfen ist.“

Kein Geschäftsmann kann sich auf Geldsäcken ausruhen, ohne sein Vermögen langsam aufzuzehren. Mises schrieb: „Häufiger liegt es aber an der Trägheit seiner Erben, daß die Erbschaft dahinschwindet. Wenn die trägen und gleichmütigen Nachkommen nicht in Bedeutungslosigkeit zurücksinken und trotz ihrer Unfähigkeit vermögende Leute bleiben, so verdanken sie ihren Wohlstand den Institutionen und politischen Maßnahmen, die als antikapitalistisch bezeichnet werden müssen. Sie ziehen sich zurück von dem Markt, auf dem es kein anderes Mittel gibt, den erworbenen Reichtum zu bewahren, als ihn im scharfen Wettbewerb mit jedermann, mit den bereits vorhandenen Firmen, so wie auch mit neuen, praktisch unbemittelten Wettbewerbern, täglich neu zu erwerben. Indem sie Staatspapiere kaufen, fliehen sie in den Schutz der Regierung, die ihnen verspricht, sie gegen die Gefahren des Marktes, auf dem Unfähigkeit mit Verlusten bezahlt werden muß, zu schützen.“

Die Abstimmung mit dem Geldbeutel ist für die Freiheit sogar bedeutender als die an der Wahlurne: What are the Limits of Democracy?

Original: Merit

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