Kosten-Nutzen-Analyse

Im Kapitalismus kann man wenigstens Wirtschaftsrechnung betreiben. Ludwig von Mises zeigte 1922 in Die Gemeinwirtschaft, dass der Sozialismus das nicht kann, weil er keinen Markt für Produktionsmittel kennt, auf dem sich Preise bilden.

Kann das Planungsministerium aber nicht vielleicht doch den Preisbildungsmechanismus nachahmen, indem es alle Daten zentral erfasst, und darauf Berechnungen aufbaut? Im Prinzip ja! Mér? László erklärt in Die Logik der Unvernunft : „In der Planwirtschaft wird die Vorstellung, es könne sich ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage einstellen, von Anfang an abgelehnt; vielmehr bemüht sie sich darum, den Nutzen für die Gemeinschaft zu optimieren. Paradoxerweise kann sie das mit den gleichen mathematischen Methoden tun, mit denen die Existenz des Gleichgewichts bewiesen werden konnte, das von der unsichtbaren Hand geschaffen wird.“

Mit dem Gleichgewicht der unsichtbaren Hand ist das schwache Pareto-Optimum gemeint, auf welches das Arrow-Debreu-Modell zusteuert. Wenn das Modell stimmt, kann also die Planungsbehörde ans Werk gehen und ebenso effizient wirtschaften wie der Markt. Aber das klappt wohl nur in der Theorie. Mér? László schreibt (S. 198): „Das praktische Hindernis besteht darin, daß unser allmächtiger Volkswirt ungeheure Mengen an Information sammeln und analysieren müßte. Vielleicht können die heutigen Computer diese Analyse bereits durchführen, obwohl sie dazu Gleichungen mit Milliarden von Unbekannten lösen müßten - aber es würde selbst bei den schnellsten Computern einige Jahre brauchen. Es ist wohl unmöglich, alle nötigen Daten zu sammeln, weil das oft den wirtschaftlichen Interessen zuwiderläuft. In der Sowjetunion war das schon immer so, aber selbst die USA konnten 1974/75 nur einen Bruchteil der notwendigen Daten zusammentragen, als die Regierung versuchte, ein für das ganze Land gültiges Energiemodell zu entwickeln.“

Original: Cost-Benefit

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