Überzeugen

Andere Menschen lassen sich grundsätzlich nicht überzeugen. // Und ob das geht! // Merkst du was?

Mimi versucht Eunice davon zu überzeugen, dass man grundsätzlich niemand von etwas überzeugen kann. Sie argumentiert also, dass man nicht argumentieren kann. Damit begibt sie sich in einen performativen Widerspruch.

Auch eine Sittenlehre zur Lösung zwischenmenschlicher Konflikte darf zu keinem derartigen Widerspruch führen, indem sie die Argumentationsgrundlage zerstört, sobald sie befolgt wird. In John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit halten die Diskussionsteilnehmer quasi im Paradies einen SPD-Parteitag ab, um dann durch den Schleier der Unwissenheit auf die Erde herabzusteigen und die Beschlüsse einzuhalten. Bei Hans-Hermann Hoppe diskutieren die Menschen dagegen auf der Erde unter ihren Knappheitsbedingungen. Auch wenn sie sich nur darüber einig werden, dass sie sich nicht einig sind, darf sie das nicht zur Untätigkeit und damit zum Tod verdammen. Die ursprüngliche Aneignung herrenloser Güter und die Besiedlung von Land kann daher nicht verboten sein. Die Menschen müssen im hier und jetzt handeln, und können nicht eine unbestimmte Zeit auf Nachzügler warten, damit diese Ansprüche anmelden können. Wer gegen die ursprüngliche Aneignung argumentiert, muss sich fragen lassen, warum er unter dieser Voraussetzung noch am Leben ist, bzw. wie er am Leben bleiben will, um weiter an der Diskussion teilzunehmen. Hierin liegt die Rechtfertigung des Privateigentums.

Original: Convince

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